Über Borau

Speilbericht I. Mannschaft

Borau liegt im südlichen Sachsen-Anhalt und ist seit dem 01.01.1995 ein Ortsteil der Stadt Weißenfels. Der Name Borau ist zurückzuführen auf das altsorbische Grundwort “borow”, “bori”, “bora” (Kiefer, Föhre) und bedeutet “Ort bei der Kiefer”, “am Kiefernwald”. Seit der Einwanderung von Pflanzenbauern und Viehhaltern in das Elbe-Saale-Gebiet in der ersten Hälfte des 5. Jahrtausend v. u. Z. kam es auch in unserer Gegend zu vermehrten Ansiedlungen. Die fruchtbaren und ertragreichen Lößböden gaben die ideale Voraussetzung für eine Siedlungstätigkeit. So gab es im Frühneolithikum (5500 v. u. Z.) die ersten Besiedlungen für das Gebiet um Borau – Selau – Kleben.

Borauer Dorfteich
Borauer Dorfteich

Die erste urkundliche Erwähnungen Boraus stammt aus dem Jahre 1251. Mit einer Urkunde aus diesem Jahre wird bestätigt, dass der Abt eines Merseburger Klosters drei Hufen Land in “Borowe” (heute Borau) und “Zurbewitz” (heute Zörbitz) käuflich erworben hat.
In der Chronik der Stadt Weißenfels ist für das Jahr 1795 vermerkt: “Das Dorf Borau, vor Alters Borowe und Reichenbach, welches eigentlich nur eine Gasse von Borau, und mit jenem nur ein Dorf ausmacht, liegt nahe bei Selau, und scheint auch, wie dieses, wendischen Ursprungs zu sein. Es gehöret, benebst seiner Fluhr, unmittelbar unter das Amt WeissenfeIs, und bestehet aus 32 Häusern …. Der Feldboden ist fruchtbar, nur fehlt es diesem Dorfe an Wiesenwachse, dessen sich, jedoch die Einwohner aus dem nahen Stadtauen gnugsam zu erholen wissen. Auf der Gemeinde, und fast vor jedem Hause, stehen grosse Rüstern und andere Bäume, welche nicht nur dem Orte einen lustigen Prospekt, sondern auch vielen Schuz bei enstehenden Bränden verschaffen.

Brunnen in Borau
Brunnen in Borau

Das geistige und kulturelle Zentrum der drei Orte war die Kirche in Selau und die ihr zugeordnete Schule. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) wurde diese Kirche ausgeraubt. Das jetzige Kirchenschiff entstand um 1673, die Vorhalle im Jahr 1794 und der klassizistische Turm um 1803. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche eine einheitliche Barockausstattung. Besonders sehenswert sind der Kanzelaltar, die doppelgeschossige Hufeisenempore mit oval gerahmten biblischen und emblematischen Malereien sowie Sprüchen und eine Orgel – gebaut vom Weißenfelser Orgelbaumeister Friedrich Ladegast. Auch in den Befreiungskriegen 1813 bis 1815 war Borau und das Umland von Kriegshandlungen und Plünderungen betroffen. Im Ergebnis des Wiener Kongresses kam das sächsische Amt Weißenfels und Borau zum Land Preußen und gehörte seit 18I 5 zur preußischen Provinz Sachsen.Durch die Industrialisierung, besonders Braunkohletagebau und Schuhproduktion des Umlandes, kam es seit Ende des 19. Jh. zur Lockerung der dörflichen Strukturen und zum Anstieg der Einwohnerzahl. Im 20. Jh. erfolgte die dörfliche Ausdehnung, besonders in Richtung Weißenfels. (Weißenfelser Straße, “Neue Sorge” – heute Straße der DSF, Drei Wege). Nach 1945 wurde eine administrative Vereinigung der Dörfer Borau, Selau, Kleben zur Gemeinde Borau vorgenommen. Der erste gemeinsame Bürgermeister der neu entstandenen Gemeinde hieß Gustav Wahren. Ab 1980 gehörte Borau zum Gemeindeverband Langendorf. Die Eingemeindung in die Stadt Weißenfels erfolgte am 01.01.1995.

Kirche im Ortsteil Selau
Kirche im Ortsteil Selau

Heute ist Borau ein beschaulicher Ortsteil am Ostrand der Kreisstadt Weißenfels. Ein Gewerbegebiet sowie ein namhafter Kunststoffhersteller (Schüco) bieten Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten. Sanierte Häuser und Straßen sorgen für ein gepflegtes Ortsbild. Beispielhaft für die Verschönerung des Ortsbildes sei hier der Borauer Teich genannt. Im Zentrum des Ortes gelegen, wurde er 1999 im Rahmen der Dorferneuerung grundlegend saniert. Ein Spielplatz direkt am Teichgelände angrenzend bietet den Jüngsten viel Platz zum Spielen.
Direkt neben dem Sportplatz und der Heimstätte des „FSV Blau-Weiß-Borau e.V.“ wurde im Jahr 2009 ein s.g. “Bolzplatz” angelegt, der täglich bis 20.00 Uhr öffentlich für Jeden zugänglich ist.

Quelle: www.weissenfels.de

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